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Energie
aus dem Raum - verrückter Traum oder reale Möglichkeit?
von Marco
Bischof
Der Artikel wurde zuerst unter dem Titel: „Strom aus dem
großen Nichts ?" in Esotera, No.11, November 1993 veröffentlicht.
Er wird hier mit einem Update vom Februar1998 präsentiert.
Inhalt:
Der Schweizer
"Raum-Quanten-Motor"
Die RQM-Aktionärsversammlung
im September 1997
Die RQM-Versuchsanlage in
der Schweiz
Der Stand im Februar 1998
"Konverterboom"
seit Ende der 80er Jahre
Tesla - der
Urvater der "Freien Energie"
T.H.Moray's "Radiant
Energy Device"
Der Coler-Konverter
Der Biefeld-Brown-Effekt
Die
Funktionsprinzipien der Raumenergie-Konverter
Nach den Gesetzen der Physik
unmöglich?
Die moderne Physik
und die Energie des Raumes
Die
"Nullpunkt-Energie" des Vakuums
Stehen wir kurz vor
der Lösung des Energieproblems?
Quellen
Links
Definition: "Freie Energie"
Der Schweizer
"Raum-Quanten-Motor"
"Strom aus dem großen Nichts" titelten die Schweizer
Zeitungen im Juni 1993 und berichteten von einer Firma in Rapperswil
am Zürichsee, die Investoren für Entwicklung und Produktion ihres
"Raum-Quanten-Motors" suchte. Die Firma versprach eine
epochale "Trendwende in der Energiegewinnung", die Atom-
und Wasserkraftwerke ablösen werde und wirtschaftlicher als
Sonnenenergie sei. Ab Mitte 1994 sollte das Hausmodell RQM25 mit
einer Ausgangsleistung von 20-30 Kilowatt sowie das größere Modell
RQM200 mit einer Leistung von 190-210 Kilowatt erhältlich sein und
fünf mal billiger als ein thermisches Kraftwerk produzieren können.
Da jedoch der Hauptaktionär und Geschaftsführer der
Raum-Quanten-Motoren AG, Jean-Marie Lehner, Beziehungen zum Umfeld
des Skandal umwitterten Finanzjongleurs Werner K. Rey besaß, wurde
vermutet, daß die Firma vielleicht nur dazu dienen könnte, tüchtig
"abzusahnen". Fünf Jahre später läßt die
"epochale Trendwende in der Energiegewinnung" durch den
Schweizer Firma Raum-Quanten-Motor AG (RQM AG) immer noch auf sich
warten. Was ist in der Zwischenzeit geschehen?
"Konverterboom"
seit Ende der 80er Jahre
In den letzten zehn Jahren hörte man von verschiedenen solchen
"Konvertern" zur Umwandlung der Raum-Energie in
elektrischen Strom oder in mechanische Leistung (Hilscher,
1981; Mielordt, 1984; Kelly,
1986; Schneider, 1989; Engeler
et al., 1989; Kelly, 1990; American
Nuclear Society, 1991), von denen einige sogar von Zeugen in
Betrieb gesehen oder von Fachleuten geprüft werden konnten. Genau
dies war jedoch auffallend oft nicht möglich; meistens wurde nur
ihre Funktionsweise vorgestellt oder Filme von ihnen gezeigt, so
Ende der 80er Jahre an drei Kongressen, 1987 am "Kongreß für
Schwerkraftfeld-Energie" in Hannover, 1988 am "Kongreß für
Zukunftstechnologie" in Berlin und 1989 am
"Internationalen Kongreß für Freie Energie" in
Einsiedeln/Schweiz (Engeler et al., 1989).
Am bekanntesten wurden die von einer religiösen Gemeinschaft im
Emmental entwickelte "Testatika"- Maschine (Kelly
& Bailey, 1991) und die 1977 vom Amerikaner Bruce de Palma (de
Palma, 1991) erfundene "N-Maschine". Die Testatika
besteht aus zwei gegenläufig drehenden Acrylglasscheiben von 80 cm
Durchmesser, einem elektrischen Schwingkreis und einer speziellen
Art von Kristall-Dioden-Gleichrichter und soll bei einer bestimmten
Umdrehungszahl durch elektrostatische Trennung von positiven und
negativen Luftionen eine Leistung von einigen Kilowatt Gleichstrom
von 10 Ampere und 250 Volt Spannung erzeugen können. Der Apparat muß
nur am Anfang von Hand kurz angestoßen werden und läuft dann von
selbst. N-Maschinen wurden Ende der 80er Jahre von einer Firma in
Dillingen an der Donau und anläßlich einer Diplomarbeit an der Höheren
Technischen Lehranstalt im schweizerischen Winterthur nachgebaut und
getestet (Schöttl, 1989). Sie
beruhen auf einem rotierenden und räumlich variablen Magnetfeld,
das aufgrund eines der Physik bisher nicht bekannten Effektes mehr
Strom erzeugen soll als zu seinem Antrieb benötigt wird. Anfangs
der 80er Jahre konnte man in München ein Mofa fahren sehen, dessen
Elektromotor durch eine Zusatzapparatur zur Erhöhung des
Wirkungsgrades ergänzt war.
1989 ging die Meldung durch die Presse, der Plasmaphysiker
Professor A.W. Tschernetskii vom Moskauer Plechanow-Institut (Samokhin,
1990) habe einen Energie-Generator entwickelt, der auf der Basis von
Hochfrequenzplasma-Entladungen arbeite. Bei seinen ersten Versuchen
habe Tschernetskii fünfmal mehr Strom erhalten als aufgewendet
wurde, und er glaube, daß dieses Resultat noch bedeutend gesteigert
werden könne.
Tesla -
der Urvater der "Freien Energie"
Die ersten Versuche, die hypothetische Raumenergie technisch auszunützen,
gehen auf den serbisch-amerikanischen Physiker und Erfinder Nikola
Tesla (1856-1943) zurück (Cheney, 1981; Seifer,
1996). In einem Interview mit dem TIME-Magazine sagte der Begründer
der Wechselstrom Technologie 1931, er arbeite an einer neuen
Energiequelle, von der zuvor noch kein Wissenschaftler gesprochen
habe und die von großen industriellem Wert sein werde. Der von ihm
entwickelte Apparat, mit dem sich diese Energie aus dem All anzapfen
lasse, sei von erstaunlicher Einfachheit und enthalte sowohl
mechanische als auch elektronische Teile. Im gleichen Jahr soll
Tesla eine schwere Luxuslimousine, einen "Pierce-Arrow",
damit betrieben haben. Der Benzinmotor war durch einen Elektromotor
ersetzt, der seine Energie von einem Konverter von 60x25x15 cm Größe
mit Antenne bezogen haben soll. Tesla behauptete, die von dem
Konverter erzeugte Energie würde ausreichen, zusätzlich zum Auto
noch ein ganzes Haus zu beleuchten.
T.H.Moray's
"Radiant Energy Device"
Zu den historischen Beispielen, auf die sich heutige Konverter-Bauer
berufen, gehören eine Reihe weiterer Erfindungen aus den 20er und
30er Jahren.
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T.H.Moray vor
seinem "Radiant Energy Device"
Quelle: Nu
Power
http://www.cyberportal.net/nuenergy/moray2.html |
Das "Radiant Energy Device" des Elektroingenieurs Dr.
Thomas Henry Moray aus Salt Lake City enthielt eine Art Transistor,
verschiedene elektrische Schwingkreise und bis zu 29 hintereinander
geschaltete Plasma-Verstärker-Röhren sowie Antenne und Erdung (Moray,
1978). Es soll Leistungen von 50-70 Kilowattstunden erzeugt haben;
den Beobachtern fiel auf, daß die dünnen Drähte, die den Strom
abführten, auch nach vielen Stunden Dauerbetrieb stets kühl
blieben. Ein wichtiges Element des Funktionsprinzips soll die
Resonanzabstimmung des elektronischen Plasmas in den Röhren gewesen
sein, durch die die Aufnahme von "Raumenergie" ermöglicht
worden sei.
Der Coler-Konverter
Ein weiteres Beispiel ist der "Magnetstrom-Apparat" des
deutschen Marine-Kapitäns Hans Coler. In den späten 20er Jahren
entwickelt, verwendete dieser Konverter magnetisch und elektrisch
gekoppelte Schwingkreise und kam ohne bewegliche Teile aus. Er
erzeugte zwar nur eine geringe Ausgangsspannung, dafür aber einen
hohen Strom, sodaß eine Leistung von insgesamt etwa 6 Kilowatt
entstand. Der Apparat wurde 1926 von Professor M. Klose von der TH
Berlin-Charlottenburg und von Professor W.O. Schumann von der TU München
geprüft, die bestätigten, daß er einwandfrei funktioniere, jedoch
nicht in der Lage waren, zu erklären, wie die Energie erzeugt
wurde.
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Grafische
Darstellung des Coler-Konverters
Quelle: The New
Physiks
http://www.dnai.com/~zap/coler.htm |
Klose stellte einen Wirkungsgrad von 450 % fest; Schumann fand gar,
daß 4,8 bis 6,7 mal mehr Energie herauskam, als in das Gerät
hineingesteckt wurde. Eine Täuschung schloß Schumann völlig aus.
Kurz vor Ende des 2.Weltkrieges wurde der Coler-Konverter im Auftrag
des Kriegsmarine-Kommandos von einem Firmenkonsortium unter Leitung
von Siemens weiterentwickelt; nach Kriegsende wurde er vom
britischen Geheimdienst beschlagnahmt, der 1946 einen detaillierten,
heute teilweise freigegebenen Bericht darüber verfaßte (British
Intelligence Objectives Sub-Committee, 1946).
Der
Biefeld-Brown-Effekt
Einer der vielen ungewöhnlichen und bisher unerklärten
physikalischen Effekte, die in den Raum-Energie-Konvertern ausgenützt
werden, wurde 1923 von Thomas Townsend Brown, Ingenieur bei der
US-Marine, und von Professor Paul Alfred Biefeld entdeckt. Sie
fanden, daß ein an einem Faden frei aufgehängter, unter hohe
elektrische Spannung gesetzter Kondensator mit waagerechten Polenden
einen Vortrieb in Richtung des positiven Poles erfährt; wenn der
Kondensator mit senkrechter Anordnung der Pole auf einer Balkenwaage
liegt, bekommt er einen Auftrieb, wenn der positive Pol nach oben
gerichtet ist, und wird schwerer, wenn der Pluspol nach unten zeigt.
Auf der Grundlage dieses "Elektrogravitations-Effektes"
beschrieb T.T. Brown 1926 ein "Raum-Fahrzeug", baute 1928
ein Modellboot und konstruierte in den 30er Jahren UFO-ähnliche
fliegende Scheiben.
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Der junge T. T. Brown in seinem Labor
Quelle: Optical Multimedia
http://www.soteria.com/brown/pictures/index.htm |
Sechs amerikanische Patente für Motoren und andere Apparate
auf der Grundlage des Biefeld-Brown-Effektes sind auf Browns Namen
eingetragen, das letzte aus dem Jahr 1965.
Die
Funktionsprinzipien der Raumenergie-Konverter
Seit den 30er Jahren ist die Zahl der bekanntgewordenen
Konvertertypen stetig angestiegen. Wie man z.B. in der Broschüre "Energien
aus dem Kosmos - Theoretische und praktische Grundlagen einer neuen
Technologie" von Adolf Schneider
nachlesen kann, beruhen sie auf einer ganzen Reihe verschiedener
Funktionsprinzipien. Bereits Nobelpreisträger Werner Heisenberg
(1901-1976) hatte um 1950 gesagt, es müsse möglich sein, den
Magnetismus als Energiequelle zu nutzen. Wobei er hinzufügte:
"Aber wir Wissenschaftsidioten schaffen es nicht; das muß von
Außenseitern kommen".
Die meisten Konverter arbeiten dann auch mit bestimmten
Anordnungen von Magneten und nutzen bisher wenig bekannte Effekte
von Magnetfeldern. Dabei wird gemäß Schneider entweder a)
mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt; b) durch die
Nutzung der Anziehungs- bzw. Abstoßungskraft von starken
Permanentmagneten mechanische Energie aus dem Magnetfeld erzeugt; c)
direkt elektrische Energie aus rotierenden Magnetfeldern erzeugt
(hierher gehört die erwähnte N-Maschine); d) elektrische Energie
durch periodische zeitliche oder räumliche Variation von
Magnetfeldern erzeugt (wie in der sogenannten "Kromrey-Maschine"
aus Genf (1963); oder e) es wird Energie aus dem Vorgang der
Ummagnetisierung zurückgewonnen (dieses Prinzip benützen der erwähnte
Motorroller sowie eine Erfindung des Wiener Ingenieurs Franz Seidl).
Nichtmagnetische Prinzipien sind die Energiegewinnung durch
Resonanzabstimmung (Testatika, Konverter von , 1984, und
Tschernetskii-Konverter), die Elektrogravitation (außer T.T. Browns
Erfindungen auch John Searls Flugrotorscheibe) und die analoge
Magnetogravitation, die bei einer Erfindung von William Hooper zur
Anwendung kommt. Bei letzterer erzeugt ein starkes induziertes
elektrisches Feld eine von der Stromstärke abhängige anziehende
bzw. abstoßende Kraft auf elektrisch neutrale Materie. Diese Kraft
kann nicht abgeschirmt werden. Ein letztes Prinzip schließlich, vom
japanischen Physiker Shinichi Seike gefunden, ist die Erzeugung
elektrischer Energie durch starke Magnetfelder, die in einer
besonderen Topologie angeordnet sind. Seikes Apparate sollen statt
Strom auch ein Anti-Schwerkraft-Feld erzeugen können.
Nach den Gesetzen
der Physik unmöglich?
Ein Schlaraffenland unbegrenzter, fast kostenloser Energie durch
geheimnisvolle Apparate - die technische Kontrolle der Schwerkraft:
Solche an Science-Fiction anmutende Behauptungen lassen uralte
menschliche Wunschträume anklingen und müssen gerade deshalb auch
Unglauben und Mißtrauen wecken. Unzählige Erfinder glaubten schon
das Perpetuum Mobile gefunden zu haben, und durch viele solche
Erfahrungen gewitzigt, reagiert die Wissenschaftsgemeinde heute
schon gewohnheitsmäßig mit Abwehr, wenn nicht gar Hohn und Spott.
Jeder Physiker und Ingenieur hat gelernt, daß ein "Perpetuum
Mobile" - eine Maschine, die aus dem Nichts Arbeit leistet oder
Energie erzeugt - unmöglich ist, weil ein solches Unterfangen dem
Ersten Hauptsatz der Thermodynamik widerspricht. Dieser "Energie-Erhaltungssatz",
1842 von Julius Robert Mayer (1814-1878) formuliert, besagt, daß
die Summe aller Energie in einem System immer gleich bleibe, Energie
demnach nur in eine andere Form (z.B. Wärme in Arbeit) umgewandelt,
nicht aber erzeugt oder vernichtet werden könne. Daraus wird
geschlossen, daß es keine Maschinen mit einem Wirkungsgrad von mehr
als 1 (100%) geben könne, die mehr Energie erzeugen, als
hineingesteckt wird. Dies wird jedoch bereits, wie Gottfried
Hilscher in seinem Buch "Energie im Überfluß"
schreibt (Hilscher, 1981), von der Wärmepumpe
widerlegt, die im übrigen ebenfalls Tesla ihre Existenz verdankt. Während
z.B. konventionelle elektrische Kraftwerke schlechte energetische
Wirkungsgrade von unter 40% aufweisen, sind mit Wärmepumpen seit
den 80er Jahren Wirkungsgrade von gegen 2 erreichbar.
Nach Hilscher gilt der Energieerhaltungssatz nur für
geschlossene Systeme und lineare Effekte. Bei den
Raumenergie-Konvertern, besonders auch wenn Magnete im Spiel seien,
handle es sich aber um offene Systeme, die ihre Nutzenergie aus
einem kosmischen Energiefeld, dem "Schwerkraftfeld",
"Tachyonenfeld" oder "Nullpunktenergiefeld"
(Anm. d. Webm.: manchmal auch Äther
genannt) beziehen würden. In ihnen würden nichtlineare Effekte
vorkommen, die den Energieerhaltungssatz verletzten.
Die
moderne Physik und die Energie des Raumes
Daß selbst renommierte Physiker heute zumindest von der Theorie her
die Möglichkeit einer Energiegewinnung aus dem Raum nicht mehr
ausschließen, zeigt eine Spezialnummer der Zeitschrift "Speculations
in Science and Technology", die 1990 erschienen ist. Die
Anerkennung der sogenannten "Vakuumenergie" oder
"Nullpunktenergie" durch die moderne Physik (Puthoff
1987, 1989a, 1989b,
1991; Milonni,
1994; Powell, 1994) bedeutet, daß die
Energie des Raums heute kein Hirngespinst mehr ist, und läßt die
Frage ihrer technischen Verwertung zu mindesten diskutabel
erscheinen. Was die Realisierbarkeit anbetrifft, vertreten die
Autoren der Spezialnummer allerdings stark abweichende Standpunkte;
für die einen bereits greifbar, ist es für die anderen noch
"ein riesiger Schritt" bis dahin.
Im Vakuumenergie-Konzept der modernen Physik feiert das uralte
Konzept des "Äthers" eine zeitgemäße Auferstehung. Das
"Akascha" der Inder war die "Quintessenz" der 5
Elemente und stand zugleich für den leeren Raum und für eine
feinstoffliche Ur-Energie oder Ur-Substanz. Das Konzept des Äthers,
auch den alten Griechen geläufig, spielte in immer wieder neuen
Formen und unter verschiedensten Namen eine Rolle in Physik,
Philosophie, Biologie und Medizin des Abendlandes bis in die Physik
des 19.Jahrhunderts. In der Physik vertrat es Isaac Newton genauso
wie später Maxwell und viele andere, für die der Äther Träger
aller elektromagnetischen Wellen war (Cantor
& Hodge, 1981). Nach allgemeiner Auffassung wurde die Äthertheorie
in der Physik Ende des letzten Jahrhunderts widerlegt, als die
amerikanischen Physiker Albert A. Michelson und E.W. Morley in einer
berühmten Serie von Experimenten 1881-1889 die Bewegung der Erde
gegenüber einem als stationär vorgestellten Raum-Äther, die
"Ätherdrift", nicht nachweisen konnten. In seiner
"Speziellen Relativitätstheorie", die auf diesem Resultat
aufbaute, lehnte dann Albert Einstein 1905 die Vorstellung eines Äthers
ab und verwendete nur noch den Raum selbst als Träger des
elektromagnetischen Feldes.
In Wirklichkeit war die Existenz des Äthers damit mitnichten
widerlegt worden, wie Einstein selbst 1920 zugab, als er sagte,
"den Äther zu leugnen, hieße in letzter
Konsequenz anzunehmen, der leere Raum würde keinerlei physikalische
Eigenschaften besitzen" (Einstein,
1920). Man hatte sich nur aus der Sackgasse des mechanischen Äthers
befreit, der die Physik des 19.Jahrhunderts blockiert hatte, und war
zu einem Äther zurückgekehrt, der dem indischen Akascha nicht mehr
allzu fern stand. Der angeblich "leere" Raum (das
"Vakuum") sollte durch die Entwicklung der Quantenphysik
bald mit einem neuen "Quantenäther" gefüllt werden.
Die
"Nullpunkt-Energie" des Vakuums
1916 argumentierte nämlich der große Physikochemiker Walther
Nernst, selbst im leeren Raum und am absoluten Temperatur-Nullpunkt
müsse das elektromagnetische Feld in einem Zustand unaufhörlicher
Aktivität (den sogenannten "Quantenfluktuationen") sein
und somit noch eine gewisse Energie besitzen. Diese
"Nullpunkt-Energie" blieb allerdings umstritten, bis
Werner Heisenberg 1925 zeigte, daß ihre Existenz aus dem Unschärfeprinzip
der Quantenmechanik folgt. Allgemein anerkannt wurde sie schließlich
1927 mit ihrer Aufnahme in die Theorie der
"Quanten-Elektrodynamik" von Paul Dirac.
Das Vakuum ist somit alles andere als leer - es ist, selbst in
Abwesenheit von Materie, von einem "Meer von Energie" erfüllt,
dessen Dichte nach vorsichtigen Schätzungen von der Größenordnung
der Kernenergie sein dürfte. Daß diese Energie durchaus konkrete,
meßbare physikalische Konsequenzen besitzt, zeigten 1948 der holländische
Physiker Hendrik Casimir und der Amerikaner Willis Lamb anhand der
nach ihnen benannten Casimir- und Lamb-Effekte. Diese sind seither
mehrfach experimentell bestätigt worden.
Ende der 60er Jahre wies der amerikanische Physiker Timothy Boyer
nach, daß viele quantenmechanische Effekte aus der Wechselwirkung
von Materie mit der Nullpunkt-Energie erklärt werden können (Boyer,
1975 , 1980), und
der bekannte russische Physiker und Bürgerrechtler Andrei Sacharow
zeigte, daß die Gravitation vermutlich keine eigenständige Kraft
ist, sondern auf einen elektromagnetischen Effekt zurückgeht (Sacharow,
1968); sie kann als eine Konsequenz von Veränderungen der
Vakuumenergie verstanden werden, die durch die Anwesenheit von
Materie verursacht werden.
In den letzten Jahren schließlich hat die Vakuumenergie eine
stetig zunehmende Rolle auf verschiedenen Gebieten der modernen
Physik zu spielen begonnen. Einen großen Einfluß haben dabei die
Arbeiten des amerikanischen Physikers Harold E. Puthoff, der auf dem
Ansatz von Boyer aufbaute (Puthoff, 1987,
1989a, 1989b,
1991). 1987 zeigte er, daß die Materie
möglicherweise ihre Stabilität der Vakuumenergie verdankt. Die um
den Atomkern kreisenden Elektronen müßten in den Kern stürzen,
wenn die von ihnen ständig abgestrahlte Energie nicht aus dem
Vakuum wieder "aufgefüllt" würde. Puthoff konnte auch
Sacharows Auffassung bestätigen, daß die Schwerkraft direkt aus
den Nullpunkt-Fluktuationen entstehen könnte. Das neue Feld der
"Hohlraum-Quantenelektrodynamik" schließlich, noch kaum
zehn Jahre alt, zeigt, daß bei Strahlung in winzigen Hohlräumen
das Vakuum eine ganz besondere Rolle spielt (Berman,
1994): Die von ihr neu entdeckten Effekte besitzen eine große
Bedeutung sowohl für die Technik wie auch wahrscheinlich für die
Biologie, da die Bedingungen für ihr Auftreten in Zellen und
anderen biologischen Hohlräumen erfüllt sind (Popp et. al., 1992,
1994; Bischof,
1995).
Stehen wir
kurz vor der Lösung des Energieproblems?
Kommt also die Lösung der Energiekrise von der Nutzung der
Vakuumenergie ? Wie Puthoff in der erwähnten Sondernummer von "Speculations
in Science and Technology" schreibt, gibt es in seinen
Augen dazu bisher - trotz der unzähligen Konverter - weder klare
experimentelle Beweise noch eine hundertprozentige theoretische
Grundlage. Er zitiert den Autor des russischen Vakuum-Buches "Something
called Nothing", Roman Podolny, der dazu schreibt: "Es
wäre genauso voreingenommen, die Machbarkeit von nützlichen
Anwendungen zu verneinen, wie es unverantwortlich wäre, eine solche
zu garantieren". Bis auf weiteres bleiben also Sonnen-, Wind-
und Gezeiten-Energie die einzigen erneuerbaren und abgasfreien
Alternativen zu nuklearen und fossilen Energiequellen.
Copyright: 1998 Marco Bischof
Quellen:
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Planetary Association for Clean Energy, Inc. (PACE): http://.gptec.com/pace
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The New Physiks: http://www.dnai.com/~zap/coler.htm
Optical Multimedia: http://www.soteria.com/brown/pictures/index.htm
PADRAK (Personal Assistance and Development Through Research and
Acquired Knowledge):
http://www.padrak.com
Weitere Hinweise: Die
alternative naturwissenschaftliche Literaturliste & Adressen von
Norbert Moch
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